                         
Adel

... als Bezeichnung für Jauche (Oberösterreich, Marchtrenk b. Wels, in den Jahren um1950).
Günter Schuhmann
Im Raum von Österreich und Bayern einmal weit verbreitet. RS
Adventkranz

Adventkranz = österr.
Leider hört man immer öfter, besonders im österr. Radio/Fernsehen den Adventskranz = deutsch
Herrmann
Agraseln

Wer weiß schon noch, dass es sich hierbei um "Stachelbeeren" handelt?
Helga Darnhofer
Agrasel, früher Agras, ist im Mittelalter aus dem Französischen entlehnt worden, das altfranzösische Herkunftswort ist aigras (= unreife Traube, Brühe aus unreifem Obst). Agraseln sind ja auch wirklich sauer. Ein schlechtes Fußballmatch (auch eine schlechte Fußballmannschaft) nennt man Agrasel-Partie. RS
Alzerl

Ich plädiere für das "Alzerl" in all seinen unterschiedlichen österreichischen Dialektfärbungen: Aizerl, Atzerl, Euzal, Aitzerl, Eizerl. Steiermark: Oizerl.
Dagmar
Anrainer

Wenn schon die "Wiener Zeitung" den "Anrainer" durch den "Anwohner" ersetzt, dann sind schlechte Zeiten angebrochen!
Walter
Arschkapplmuster

... ein putziges Schimpfwort, das ich noch in meiner Kindheit gehört habe. Kommt von den Kapplbuam, den jungen Wilden um die Jahrhundertwende.
Wetty
Ich habe eine andere Erklärung: Schon im Grimmschen Wörterbuch wird "Arschkappe" als "Schimpfwort für Männer" erwähnt. Es wird plausibel abgeleitet von italienisch chiappa = Ritz, Spalte, le chiappe (= die Arschbacken). Gesprochen wird dieses Wort kiappa, woraus sich dann kappe und kappl eingeschliffen hat. Sicherheitshalber hat man bei diesem Schimpfwort auch noch die deutsche Übersetzung hinzugesetzt, damit es ja jeder kapiert.
Das "Muster" ist auch rasch erklärt: Er ist das Muster von einem Arsch. RS
abkrageln

Das Wort okragln (abkrageln? Na, des geht ned ...). Großmütterlich verwendet z. B. in: "I kunnt eam okragln" - also ihm den Hals umdrehen.
Doz
Der Ausdruck ist abgeleitet von "Kragen", ursprüngliche Bedeutung: (einem Huhn) den Hals abschneiden. Es ist in der Tat ein Problem: Wie soll man dieses Wort schreiben - und damit auch alphabetisch einordnen? Es handelt sich um einen Mundartausdruck, der heute wohl nur mündlich verwendet wird, schriftlich kaum fixiert ist. Ich entscheide mich in solchen Fällen meist für eine etymologisch korrekte Schreibung, auch wenn sie in der Umsetzung der Laute nicht ganz passt. RS
anbandeln

Ich übernehme die Patenschaft für das Wort "anbandeln". Die Ur-Österreicher kennen das vielleicht noch, aber immer öfters passiert es mir, dass jemand in näherer Umgebung "g'schwind" nachfragt: "Was bitte ist denn anbandeln???" Danke an diese Initiative der VHS Hietzing!
Alex
angelehnt lassen

angelehnt lassen: 1. in Ruhe lassen: lass mi anglahnt. 2. im Stich lassen, abservieren: sie hat eahm anglahnt lassen = stehen lassen.
Andreas Hanicak
anstellen (sich in einer Schlange anstellen)

Die Wendung "sich anstellen müssen" ist aus Deutschland durch "anstehen müssen" bedroht.
Heinz Bohusch
antritscht

Früher haben die "Antritschten" (leider fehlt mir das Lautschriftzeichen für den Nasal!) wegen ihrer Dummheit wenigstens ab und zu "betropetzt" dreingschaut, aber heutzutage haben sie alle "kan Schenierer" mehr!
Gaby Fernbach
Das Adjektiv "antritscht" bedeutet "geistig beschränkt" oder "betrunken". Verwandt mit dem Mundartausdruck trätscheln (= im Wasser patschen). RS
aufgstellter Mausdreck

Ich bin sehr gerne Pate für "aufgstellter Mausdreck" (= kleinwüchsiger, angeberischer Mensch).
Rast
ausbliat

... kein Geld vorhanden.
Ingrid Schauer
ausgreifen

... derb an die Geschlechtsteile fassen - zu meiner Zeit vor allem unter Pubertierenden gerne verwendet.
Andreas Hanicak
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