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Karotte

Mir schmecken Karotten viel besser als Möhren.

Sabine Schiegl

Im Süden und im Osten ist Möhre oder Möhrl durchaus gebräuchlich, aber nicht in Wien. Da Möhre auch in D verwendet wird, empfinden wir Wiener Karotte als den heimischen Ausdruck. RS

Kassier

Mir fällt auf, dass in den Supermärkten immer wieder "Kassierer" und "Kassiererinnen" gesucht werden - eine entsetzliche Silbenverdoppelung. Bei uns heißt es "der Kassier" und nicht "der Kassierer". Dann ist es nicht mehr weit zum Kassiererer ...

Ich vermute, dass hier der Sprachgebrauch der bundesdeutschen Muttergesellschaften durchschlägt. Im Buch "Das österreichische Deutsch" habe ich den Hinweis gefunden, dass sich der Ausdruck von italienisch cassiere ableitet.

Es ist also ein Unfug, noch ein -er anzuhängen.

Wolfi44

Ki(e)berer

Kiewara für Polizist (zumindest im Wiener Raum), auch häufig verwendet: Kiewarei. Woher das kommt, kann ich leider nicht sagen, trotzdem gehörerts geschützt!

Witti

"Kiberer" oder "Kieberer" geht zurück auf "Kuberer", ein inzwischen ausgestorbener Begriff für einen Polizeibeamten, der die Prostituieren kontrolliert. Ursprünglich war "Kiberer" nur auf Kriminalbeamte gemünzt, dort auch heute noch nicht abwertend in Gebrauch, inzwischen auch ein Ausdruck für alle Uniformierten. RS

Kinder

Leidln, wir haben "Kinder", keine "Kids".

Helga Eberharter

Klampfn

Klampfn, Klaumpfn: Sagt viel mehr aus als "Gitarre".

Bettina

Klumpert

Ich hab so viel Glumpert zu Hause - schreit förmlich nach Ebay!

Willy Duschka

Kommt von "Klumpen", aber oft als "Glumpert" gesprochen - und auch geschrieben. Ich habs unter K eingeordnet.

Kluppensackl

Bedingt charmanter Ausdruck für eine anorektische (oder auch aus anderen Gründen betont magere) Person.

Meisti

Koberer

Koberin: eine Kupplerin/Puffmutter.

Hannes Krenn

Koberer ist der Inhaber eines Bordells, von rotwelsch Kober(er) (= Wirt). Die weibliche Form könnte man als Bordellbesitzerin, Puffmutter, Kupplerin umschreiben. RS

Koloniakübel

In meiner Kindheit standen im Hof unseres Mietshauses noch die sogenannten "Koloniakübel" (in manchen Häusern wurde das Wort auch mit C geschrieben). Heute gibt's ja in den Müllräumen nur mehr die Container ...

Gaby Fernbach

Im Jahr 1918 ist in Wien in einigen Bezirken eine Müllsammlung in dicht schließenden Kübelm erprobt worden - so benannt nach der Stadt Köln (Colonia Agrippinensis), wo dieses System estmals verwendet worden ist.

Kombinésch

Auf zur Rettung auch aussterbender Kleindungsarten wie der Kombinésch!

Susanne Reppé

Das Wort stammt von englisch "combination" (= Unterleiberl und Unterrock in einem) ab. Es wurde dann in der Aussprache französisiert. Leider sagt uns das Österreichische Wörterbuch unter "Kombination" nicht, wie man es schreibt, nur wie man es ausspricht. Ein armes Wort, das ja auch noch veraltet! Die hier gewählte Schreibung ist auf meinem Mist gewachsen, ich bin für andere Vorschläge offen. RS

Konkubine

Ein wunderschönes Wort für die weibliche Partnerin in einer nicht rechtlich gesicherten Beziehung (Ehe).

Dominik Meggeneder

Kracherl

... natürlich kenne ich das noch, mein Großvater war u.a. auch Cafe- und Restaurantbesitzer! Habe aber Kracherl auch ewig nicht mehr gehört und schon vor einiger Zeit als schützenswertes Wort eingegeben: Kracherl, das = Limonade. In meiner Kindheit außer Kaffee und Wasser das einzige alkoholfreie Getränk, das es in jedem Beisl gab. Damals meist Himbeersaft mit Sodawasser.

Andreas Hanicak

Kramanzer

"Kramanzer" ist jemand, der in einem Gastronomiebetrieb hilfreich zur Hand geht: Tische abräumen, abwischen, neu aufdecken ... Besteck nachbringen - eventuell auch Getränke oder Speisen zum Gast bringt bzw. andere Hilfdienste verrichtet!

Gerhard Reuberger

Kommt vom Zeitwort "kramanzen" (= sich übermäßig höflich benehmen, Umstände machen, umständlich reden). Laut Maria Hornung ist das Wort schon im Mittelalter als höfischer Ausdruck vom französischen ins Deutsche gelangt. RS

Kramuri

Ich übernehme die Patenschaft für das Wort Kramuri (= Kram, Gerümpel).

Thais-Elisabeth Schober

Der Ausdruck ist abgeleitet von Kram, vielleicht angelehnt an Remassuri, Ramassuri (= großes Durcheinander, Wirbel). Laut Österreichischem Wörterbuch "die Kramuri" oder "der Kramuri". RS

Krauterer

... ein alter, gebrechlicher mann.

Peter Koller

Krautwasser

Krautwåssa= saurer, schlechter Wein.

Norbert Rast

Kredenz

Ich habe das Wort schon sehr lange nicht mehr gehört, meine Uroma benutzte sehr häufig dieses und viele weitere Worte. Sie haben mich als kleines Kind immer angezogen.

Die Kredenz = Möbelstück zum Aufwarten von z. B.: Speisen = Küchenkredenz, auch Vitrinen, Kastl ...

kredenzen = aufwarten, jemanden eine Erfrischung kredenzen.

Leider versteht bzw. hört man dieses Wort kaum bis nicht mehr ... Ich sage das Wort, wie auch viele andere "alte" Worte sehr häufig und werde immer nur beliebäugelt ... Vielleicht weil ich ein 84er Baujahr bin?

Mario Steininger

Kren

... warum muss das heute immer öfter Meerrettich heißen??

"an Kren reißen" heißt "vornehm tun", "sich wichtig machen".

Andreas Hanicak

Krewegerl

schwächliches Geschöpf

Susanne

Krispindel

Was ist eigentlich ein Grischbindl oder Krischpindl? Wer weiß das?

Fabian

Eine schwächliche, magere Person. RS

Krätzen

Er ist eine Krätzen. Übersetzung: Er ist ein penetranter, lästiger Mensch.

Werner Krotz

Bedrohtes Wort:

Kukuruz

Ich esse Kukuruz viel lieber als Mais ...

Elfriede Polacsek

Das Wort "Kukuruz" stammt von kroatisch bzw. serbisch "kukuruz" ab. RS

karnifeln

karnifeln = dt: piesacken.

Emil Ulrich

Bedeutet: quälen. Stammt wahrscheinlich aus dem Kartenspiel Karnöffel. RS

kletzeln

Einen Orden für den, der das durch ein einziges deutsch-deutsches Zeitwort ersetzen kann.

Peter R.

Geht nicht mit einem Wort, bedeutet: mit den Fingern herunterkratzen. RS

kommod

Der alte Wiener Ausdruck "kommod" klingt doch viel "bequemer"

Johann Viktor Blaha

Stammt von französisch comode ab - leider ist heute nur mehr das Englische "in" und das Französische nicht mehr "en vogue". RS


krampeln

Mich "krampelt" es (= ärgert es), wenn die sich alle vertschüssen und nicht verabschieden.

Brubaker

kreuzbucklfünferln

... oder auch nur bucklfünferln, du kannst mich gern haben = eigentlich: lass mich in ruhe ... hör ich selten wo ...

Raija

kruzzitürken

Es gibt eigentlich sehr viele bedrohte Wörter, aber
mich wundert immer wieder, dass nicht mehr viele Leute den Ausdruck "kruzzitürken" kennen, würde gerne dafür die Patenschaft übernehmen. Bei uns war dieser Ausdruck immer dann zu hören, wenn ein Missgeschick passiert ist oder wenn man sich über etwas geärgert hat.

Kurt Dorner

Kuruzzen waren im 16. bis 18. Jahrhundert ungarische Aufständische. RS

köpfeln

Auch wenn im (deutschen) Fußball Tore nur "geköpft" werden und dieser Ausdruck auch schon in die Wörterbücher Einzug gehalten hat, plädiere ich massiv für das früher bei uns übliche und weit passendere "köpfeln".

Hubert Rieger

Delac Buchproduktion, Melita & Robert Sedlaczek, Gyrowetzgasse 7, 1140 Wien, Tel. 0699/12278172.