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Auf einem offiziellen Empfang gehört (von einem Kellner in Frack und mit weißen Handschuhen): "Im Vergleich zum Putin-Empfang ist das da ein Lercherlschas. Aber der Gastgeber hat ja auch an Safaladischmäh". Im Wiener Dialektlexikon von Wolfgang Teuschl steht: abgeschmackter Witz, matter Trick, plumper Charme, Lüge. Ein "Safaladinger" ist ein unscheinbarer, ärmlicher Mensch. Ich weiß nicht warum die "Safaladi" (= Zervelatwurst) zu solchen Ehren kommt.
Herbert Timmermann
Salzamt

Salzamt, das: Amt, das es früher - als der Salzhandel wirtschaftlich extrem wichtig war und blühte - wirklich gab. Wird seit dessen Auflassung als eine Stelle bezeichnet, an die man sich wenden soll, die es aber nicht gibt. "Geh Dich halt aufs Salzamt beschweren" als Antwort für eine lächerliche/nicht haltbare/sinnlose Beschwerde.
Andreas Hanicak
Schamitzl

Als sehr schützenswert erscheint mir der "Schamitzl", der ein anderes Wort für ein Sackerl darstellt. Bei uns in Tirol sagt man "Schamitzl", ansonsten auch "Stanitzel".
Franz
Schastrommel, alte

Dieser Begriff ist zwar für zarte Gemüter ein Graus, aber doch so typisch österreichisch wie das Kaffeehaus ...
Martin Vácha
Schlapfen

Schlapfn = Pantoffel, Hausschuhe.
Eigentlich wird in unserer Gegend (OÖ) kein anderes Wort für Hausschuhe (ausser Potschn: geschlossene Hausschuhe) verwendet.
Klaus Unger
Schlüpfer

Für "Schlüpfer" anstatt "Slip" übernehme ich gerne die Patenschaft.
Mia Heer
Schmankerln

... die muss man wirklich pflegen, sie scheinen vom Aussterben bedroht.
Regina Schrott
Schmelge

Zu Gitschen, Dirndl gibts in Vorarlberg (Bregenzerwald) "die Schmelge" (= junges fesches Mädl).
Herrmann Friedrich
Schnellbahn

Auch ganz alltägliche Worte verschwinden. Früher konnte ich mit der "Schnellbahn" von Liesing bis Meidling fahren. Jetzt fährt keine "Schnellbahn" mehr. Statt dessen fährt eine "S-Bahn", genau wie in Berlin und Hamburg. Bald wird wohl auch der Außenanstrich der neuen Talent-Garnituren Apfelsinenrot sein.
Hakan Lunden
Schnürlsamt

"Schnürlsamt" ist wesentlich ansprechender als das Wort "Cord" und sagt ausserdem mehr aus.
Barbara Willroider
Schrick

schrick, der: ein sprung bsp: de schissl hod an schrick.
Peter Koller
Schon im Mittelhochdeutschen als schric (= Sprung) belegt. Das Wort ist verwandt mit "schrecken". RS
Servus

Es ist das Allerschlimmste, wenn ein Einheimischer in der Wiener Innenstadt oder auf einer Tiroler Berghütte "Tschüss" sagt (und noch an vielen Orten mehr in Österreich). Ich rufe alle Österreicher auf, in Zukunft den typisch österreichischen Gruß "Servus" zu verwenden.
Hans
Sinn haben

Eine Handlung "hat Sinn" wird durch den unsinnigen Satz: " Eine Handlung macht Sinn" ersetzt. Wie kann eine Handlung erst den Sinn erzeugen, der der Grund für diese Handlung ist?
Dr. Wolf Fasching
Spazi

Ein Begriff für Spielraum.
Huber
Von italienisch spazio (= Raum)
Spompanadeln

Das heißt soviel wie "unnötiges Herumgetue, Wichtigmacherei".
Hannes Krenn
Springinkerl

... ich kenne kein besseres Wort, um besonders lebhafte Kinder und andere unruhige Geister zu beschreiben.
Melanie Laibl
Spritzamper

(Spritzompa) = Gießkanne
Eva Stiegler
Stadtbahn

Stadtbahn, die: Heute leider nur noch profan als U6 bezeichnet, für mich trotzdem noch die Stadtbahn, auch wenn keine Holzplanken mehr am Boden sind ... Beantrage hiermit offiziell die Patenschaft.
Andreas Hanicak
Stanitzel

Warum gucken mich die im Eissalon immer so dämlich an, wenn ich ein Stanitzel verlange? Dabei erinnert mich "Tüte" eher an das Geräusch einer Hupe - und aus der möchte ich mein Eis nun wirklich net lutschen ...
Herbert
Strankal

Strankal -e -an = Fisole -n
Zwar Kärntnerisch, aber auch dort bedroht.
Bernhard Hudelist
Stupp und stuppen

Ich bin für das Wort "Stupp" anstelle von "Puder".
Andrea
Dann käme es nicht mehr zu Verwechslungen zwischen "stuppen" und "pudern".
Anonym
salopp

Das Wort "salopp" sollte unbedingt in unserer österreichischen Sprache erhalten bleiben und dafür würde ich gerne die Patenschaft übernehmen und das Wort so oft wie möglich - wenn es passend ist - verwenden.
Susanne Wagner
sapperlot

Sapperlot - gerne verpflichte ich mich, dieses Wort regelmäßig zu verwenden.
Renate Schediwy
Laut Maria Hornung handelt es sich um ein Fluchwort, das durch Entstellung aus "Sakrament" hervorgegangen ist. RS
sapralisieren

sapralisieren = stehlen, aus dem Tschechischen.
Martin Gudenus
Laut Maria Hornung, Wörterbuch der Wiener Mundart, in der Nachkriegszeit in Bezug auf die russische Besatzungsmacht verwendet.
schiach

Ein Wort, das (beinahe) universal einsetzbar ist und meiner Meinung nach keinesfalls untergehen darf: schiach! A schiache Situation, a schiaches Bild, a schiaches G'fühl, ma schiach!
Alice
schmähtandeln

Das Zeitwort für eine verzeihliche Lüge mit Augenzwinkern.
Hannes Krenn
schnackseln

Ich würde liebend gern die Patenschaft für das Wort "schnackseln" übernehmen. Es gibt einfach kein besseres Wort, um "Liebe machen" auszudrücken, und man zaubert damit immer wieder ein Lächeln ins Gesicht, und zwar sowohl von Leuten die das Wort kennen, als auch von denen, die eine Erklärung benötigen.
Eduard Brader
schre(a)ms

Ich möchte das Wort "gschreams" beisteuern und für dieses die Patenschaft übernehmen. Ich kenne es von meiner Tante und es bedeutet soviel wie "querfeldein".
Valerie
Genau, auch schreams (= quer), z. B. schreams umi (= schräg hinüber). Die Schriftform könnte "schrems" lauten. Die Wendung "über die Schre(a)msn legen" bedeutet "quer legen". RS
schurln, schur(r)eln

Ich bin für das Wort "schurln" mit der Bedeutung "schnell laufen".
Gella Ria
Im Österreichischen Wörterbuch steht "geschäftig laufen, rennen". Ich halte "schnell laufen" für treffender, da hat Gella Ria wohl recht. Es handelt sich um eine Weiterbildung mit l-Ableitung zum Mundartausdruck "schurren" (= mit Geräusch gleiten). Es ist also verwandt mit "scharren" und "scherren" (vgl.: er scharrt schon in den Startlöchern). Angebliche Verbindungen zu Georg I. von England oder "Schurl mit der Blechhaubn" sind kompletter Unsinn. Wer falsche Ableitungen liebt, dem ist "Sprechen Sie Wienerisch" von Peter Wehle zu empfehlen. Dort ist ein derartiger Blödsinn so geballt vorzufinden, dass das Buch schon wieder lesenswert wird. RS
sekkieren

Das Wort sekkieren. Es bedeutet "jemanden ärgern".
Peter Wodicka
Auch "quälen", "belästigen". Kommt von italienisch seccare und hat eine französische Endung bekommen. Hauptwort: Sekkatur. RS
servus

Ich kann das "tschüss" nicht hören. Wie schön ist das "Servus"! Gestern unterhielt ich mich per Telefon mit einem ungarischen Freund, und zum Abschied: "Servus". Wir waren uns eins und spürten so etwas wie Verwandtschaft.
Elisabeth
sinnvoll sein

"Es macht Sinn" (von "it makes sense") ist über Deutschland zu uns gekommen. Es ist doch schöner, etwas "sinnvoll" zu finden, oder?
Silvia Wolzt
speiben

Es handelt sich zwar um kein sehr ansehnliches Wort, doch ist die Herkunft, wenn ich mich nicht irre, sehr alt: "speiben" von gotisch "speiwan" (= spucken), bedroht vor allem von "kotzen", aber auch von "erbrechen" oder "sich übergeben". Umso mehr lohnt es sich, dieses Wort zu erhalten ...
Markus
speilen (sich)

"Ui, da speut sis!" Durch eine mechanische Verwindung und Aufdrehung entsteht ein Widerstand, es hakelt, und nichts geht mehr. Ich glaube, ein "Speil" ist so etwas wie ein Holzsplitter.
Gregor Fauma
Genau. Mein Vater hat diesen Ausdruck gern verwendet. "Da speilt sich was" - da geht etwas nicht zusammen, z. B. zwei Termine, die gleichzeitig angesetzt worden sind. Schönes Wort! Sollten wir wiederbeleben! Mir kommt vor: "Es speilt sich" ist ein Leitbegriff für die Arbeit unserer Regierung. RS
stante pede

Ich möchte stante pede die Patenschaft für "stante pede" übernehmen.
Willy Duschka
Heißt "stehenden Fußes", also "sofort". RS
strawanzen

Mir geht der schöne Ausdruck Strawanzer/strawanzen ab, also Herumtreiber/herumtreiben.
Hannes
Auch: Nichtstuer, Strolch. Im Mittelhochdeutschen hat es das Zeitwort stranzen (= müßig gehen) gegeben. Eine Theorie besagt, dass durch den Einschub von -ba- zunächst strabanzen und dann strawanzen entstanden ist. RS
stürzeln

einen hab ich noch, einen hab ich noch: stürzeln - auf lepsche/strawanzen gehen.
Peter Koller
Laut Grimmschen Wörterbuch bedeutet "stürzen" und "stürzeln" ursprünglich "sich aufrichten", "steil emporrecken", dann "vagabondieren, müßig umherschleichen", oft auch "Schule schwänzen". Für letzteres Belege bei Anzengruber und Rosegger. RS
sudern

... wäre in diesem Zusammenhang auch zu nennen. Ich bin ja selbst die größte Suderantin ...
Claudia Gassner
Das Wort hat die Bedeutung "jammern", "sich bemitleiden". Es kommt von "Sud" (= Flüssigkeit, in der etwas gekocht wurde, durch Auskochen erhaltene Lösung). Wir haben es mit einem Gemütszustand zu tun, der als "leise wallend sieden" beschrieben werden kann. RS
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